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Information Februar 2017

Liebe Russenkinder und Freunde,

die wichtigste Frage für uns, die Einstellung der Auskünfte durch das Militärarchiv in Podolsk hat eine neue Wendung bekommen. Rekapitulieren wir - bis Anfang 2015 wurden unsere Anfragen beantwortet. Je nach Lage der Dinge, positiv mit den Angaben zum Vater oder negativ, weil nicht im Verzeichnis. Danach gab es keine Auskünfte mehr.

Das Archiv in Moskau RGVA erteilte im Mai 2015 eine Auskunft. Wir wissen nichts über die augenblickliche Situation, erwarten bald Aufklärung.

Nun gab es dieser Tage aus Podolsk zwar wieder einen abschlägigen Bescheid, aber mit der hoffnungsvollen Bemerkung, dass das „zur Zeit nicht erfolgt“, also könnte es ein Hinweis sein, dass wir wieder Hoffnung schöpfen können.

Die vermehrten Anfragen an uns in Bezug auf Informationen haben uns bewogen, die Eröffnung unserer Webseite zu ändern. Jetzt erscheint ein Überblick: „Wo finde ich was – Wegweiser“.

Die Nutzung unserer Seiten ist seit zwei Monaten etwas rückläufig. Sie werden jetzt um 4 500 bis 5 500 Mal im Monat aufgerufen. Anfang März erwarten wir den 150 000 Aufruf.

Interessant ist, dass neben der Eröffnungsseite als der am meisten aufgerufenen Seite „Das Phänomen Russenkinder“, die Vereinsseite und das Impressum folgen. Uns lagen von Anfang an neben den Angaben zur Vatersuche gerade diese

Erklärungen, die im „Phänomen“ nachzulesen sind, am Herzen und wir sehen, wie sie angenommen werden. Sachliche Kritik dazu gab es bisher nicht.

Eine weitere Besonderheit ist, und das sehen wir ein wenig zwiespältig, dass nur wenige bereit sind, ihre Schicksale zu schildern. Alle Kontakte, die wir haben, werden danach gefragt, aber am Ende wurden es nicht mehr. Es besteht die Möglichkeit, Namen, Orte, und Geschehnisse zu modifizieren, zu verfremden, es wird nicht.

Zwiespältig sehen wir das deshalb, wir schrieben ja schon im Dezember 2016 darüber, dass in der Öffentlichkeit das Bild der Russenkinder nur durch ganz wenige Schicksale im Vergleich zur geschätzten Gesamtzahl 100 000 bis 400 000 beschrieben wird. Wir wissen aber, dass das Leben ein viel breiteres Spektrum hat.

Natürlich wissen die Journalisten und wir, dass es ein gewisses Mißtrauen gegenüber den Medien gibt. Unsere Erfahrungen besagen, dass unser Anliegen bis auf eine einzige Ausnahme von den Medien, den beteiligten Journalisten, auf sehr einfühlsame Weise aufgenommen undveröffentlicht wurde. So sehen wir keinen Grund, diese Möglichkeit nicht zu nutzen.

Ein zweiter Aspekt dazu – bei Anfragen nach Schicksalen geben wir schon am Telephon den Hinweis, sich doch einmal diese auf der Webseite anzusehen. Und so sind sie schon mehr als 24 000 Mal aufgerufen worden. Im Deutschen die beiden am meisten aufgerufenen jeweils über 3 000 Mal, die anderen ebenso jeweils über 1 000 Mal. Selbst Reinhards Geschichte, die erst ein Jahr später bei uns erschien, hat diese Anzahl erreicht.

Auch die beiden russischen Übersetzungen haben über 1 000 Aufrufe. Eine besondere Situation liegt bei unserem Jürgen Schubert vor. Da er seine Suchen auch in anderen Sprachen veröffentlicht hat, sind die Aufrufe zu ihm inzwischen auf über 11 000 angewachsen. Er und sein Freund Thomas Hagen geben sich alle Mühe, dass Jürgens Vater gefunden wird. Wir helfen selbstverständlich und wünschen von ganzem Herzen dabei Erfolg.

Wir würden gut daran tun, ein paar mehr Schicksale auf die Webseite zu bringen. Überlegt es Euch! Wir kennen viele, bringt Eure Geschichten. Wir helfen bei der Gestaltung, der Formulierung und was sonst noch so gemacht werden könnte.

Wichtig für unser Ansehen ist es auch deshalb, weil wir Menschen wie alle anderen sind. Das müssen wir zeigen. Es gibt ja zum Beispiel diese Studie der Uni Leipzig aus 2014, in der, darüber schrieben wir ja ebenfalls schon, wir als besonders psychisch anfällig dargestellt werden. Nachfragen wurden abgebügelt, die statistische Grundlage dafür ist mehr als fragwürdig.

Wir formulieren diesen Appell auch aus dem Grund, wir möchten Öffentlichkeit, damit Russenkinder, die sich noch nicht über ihre Situation klar geworden sind, sich der Aufklärung ihres Schicksals zuwenden.

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe

 

Information Januar 2017

Liebe Russenkinder und Freunde,

über die Einstellung der Auskünfte des Militärarchivs in Podolsk für unsere Anfragen haben wir informiert. Darauf gab es eine große Resonanz. Wir haben uns sehr darüber gefreut, zeigt es doch, dass wir in unserer Arbeit richtig liegen. Vom einfachen Dank, worüber wir uns ebenso freuen, bis zu ausführlicheren Mails, in denen wir ermutigt und aufgefordert werden, sie fortzuführen.
Die westliche Welt bescheinigt des Öfteren Russland einen einseitigen Umgang mit Zivilgesellschaften. Wir als Russenkinderverein sind Teil der Zivilgesellschaft und haben es aus der Antwort vom Verteidigungsministerium, ebenso aus dem Anschreiben der russischen Botschaft in Berlin zur Weiterleitung an uns, nun selbst erfahren müssen, wir werden als Verein nicht wahrgenommen.
Aber auch die Deutschen haben ihre Probleme mit uns. Siehe „Wichtige 1. Mitteilung Januar 2017“. Dazu noch -  wissenschaftliche Einrichtungen in Westdeutschland ignorieren uns ebenso wie die internationale Vereinigung der Kriegskindervereine BOWin. Und das betrifft nicht nur uns, sondern unseren Partnerverein „Österreich findet Euch“ in Wien ebenfalls. Da existieren Defizite im wissenschaftlichen, menschlichen und demokratischen Denken und Handeln.
Das neue Jahr brachte uns zwei Anfragen, einmal vom RBB Berlin, der in eine Geschichtssendung Russenkinder aus der Region einbringen möchte.
Die zweite kam aus London für eine Bachelorarbeit. Bitte denkt über eine Teilnahme nach! Es wurde gesondert informiert.
Wir möchten einmal unser Vorgehen bei solchen Anfragen schildern. Aber zunächst möchten wir denjenigen danken, die unsere Arbeit würdigen, die uns helfen, unser Anliegen in die Öffentlichkeit zu tragen und uns in solchen Fällen weiterempfehlen. Herzlichen Dank dafür!
Wir leben im 21. Jahrhundert. Wenn heute jemand eine Frage zu Russenkindern hat, schreibt er das Wort in seine Suchmaschine und bekommt die entsprechenden Webseiten aufgelistet. An erster Stelle stehen gewöhnlich wir – www.russenkinder.de. Selbstverständlich werden die folgenden Webseiten ebenfalls zur Kenntnis genommen. Und wenn nun eine Kontaktaufnahme erfolgt, erzählen wir über unsere Arbeit, über die Inhalte auf der Webseite und was sonst noch so interessiert. Wir erzählen, dass Anfragen nach Schicksalen in eine große Runde gegeben werden. An die Distelblüten ebenfalls? Selbstverständlich. Das sind Russenkinder. Auf unserer Vereinsseite schreiben wir, was ebenfalls in unserer Satzung verankert ist, dass wir für alle Russenkinder da sind. Und wie arbeiten Sie zusammen? Das ist eine Einbahnstraße. Wir bekommen von denen keinerlei Informationen. 

Wir sprechen die obigen zwei Punkte deshalb einmal an, weil diese Fragen immer wieder  gestellt werden. Vielleicht denken die Verantwortlichen einmal darüber nach.

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe

 

 

Wichtige 1. Information Januar 2017

Liebe Russenkinder und Freunde,

wir schrieben es im Dezember, von uns gab es eine Anfrage an das Militärarchiv in Podolsk bezüglich der Einstellung von Auskünften zu unseren Vätern. Die Antwort ist eingetroffen, sie ist negativ. Wir bekommen aus Podolsk keine Informationen mehr.
Übersetzung siehe unten. Das Original siehe https://www.russenkinder.de/index.php/ru-ru/poisk-otza


Wir werden unsere Bemühungen nicht einstellen, sondern verstärken. Denken wir daran, in der ganzen Welt gibt es Bürokratie, gibt es nicht vollständig durchdachte Entscheidungen und Gesetze. Hier daran zu erkennen, dass die Antwort an Anatoly Rothe gerichtet ist. Geschrieben hatte der Vorsitzende vom Russenkinder e.V. auf Vereinsbogen mit Steuernummer und Bankverbindung.

Bevor jemand diesen Umstand für antirussische Propaganda benutzt, geben wir zu bedenken:
In der Dezemberinformation 2016 schrieben wir über den ehemaligen Parlamentarischen Staatssekretär Gernot Erler, SPD, der für Russland und Zentralasien zuständig war, jetzt als Beauftragter der Bundesregierung für das gleiche Gebiet. Also einer der für unsere Fragen eigentlich Zuständigen. Ihn hat dieses Thema noch nie interessiert. Und wie wir schrieben, hatte er im Jahre 2009, als er Kasachstan für den Vorsitz der OSCE vorbereitete, das Thema des einzigen Russenkindes Kasachstans nicht zur Sprache gebracht. Präsident Nasarbajew war geschrieben worden. Die Kasachen wollten das Thema nicht, also hat er es nicht angesprochen.
Und es ging darum, dass neun Schwestern gefunden wurden, eine kasachische Frau geheiratet worden war, also eigentlich eine schöne Geschichte, sie wurde durch die Untätigkeit dieses Mannes zu Fall und zur Scheidung gebracht.
Von uns gibt es keine Orden, schon gar keine Titel, also auch keine Hilfe für uns.

Die Bundeskanzlerin ließ uns auf unser Schreiben vom 10. 4. 2016 unter anderem antworten:
„ . . . Mit Ihrem Engagement leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Klärung der Herkunft und Identität von Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen Geschichte oftmals Erfahrungen von Ausgrenzung und Diskriminierung machen mussten.“

Damit werden wir fortfahren. Haben wir viel Zeit gebraucht, unsere Väter zu finden, geben wir auch nicht auf, anderen diese Möglichkeit zu eröffnen. Wir sind lange Wege gewöhnt.

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe

Anlage

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Ü b e r s e t z u n g

Ministerium für Verteidigung

der Russischen Föderation

(Minoborony Rossii)

Föderative staatliche öffentliche Einrichtung

Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums

der Russischen Föderation“

17. November 2016 obsch. 15242

Anatoly Rothe

Skladanowskystr. 27

13156 Berlin-Niederschönhausen

Ihr Antrag auf Bereitstellung von Informationen über sowjetische Soldaten und Offiziere, die nach 1945 Militärdienst auf dem Territorium Deutschlands nach dessen Befreiung 1945 geleistet haben, gerichtet an das Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation wurde geprüft.

Wir teilen Ihnen mit, dass eine positive Entscheidung hinsichtlich der Bereitstellung der von Ihnen benötigten Unterlagen nicht möglich ist, da sich das Archiv nicht mit der Recherche derartiger Informationen beschäftigt.

Außerdem sind entsprechend Gesetzgebung der Russischen Föderation , speziell Artikel 7 und 19 des Föderationsgesetzes "Zu persönlichen Daten" vom 27. Juli 2006 Nr. 152-FZ Informationen über Militärangehörige vertraulich und dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden.

Entsprechend russischer Gesetzgebung tragen die Archivmitarbeiter die juristische Verantwortung für die Geheimhaltung der Unterlagen und die ungesetzliche Verbreitung von Informationen.

Büro des Vorsitzenden des Zentralarchivs W. Lonschakow

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Information Dezember 2016

 

Liebe Russenkinder und Freunde,

das Jahr 2016 ist zu Ende, Zeit einzuschätzen, was es gebracht hat und wo wir stehen. Wir hatten es zum „Jahr der Vatersuche“ ausgerufen. Inwieweit wurde das ein Erfolg? 

Betrachten wir zunächst die Webseite.
Insgesamt wurde sie bisher 140 000 aufgerufen. 2016 fast 74 000 Mal, 2015 ca. 53 000 Mal, also eine Steigerung von ca. 40 %.
Unsere Angaben zur Suche nach dem Vater wuchsen um 22 % und unsere Suchen um 116 %.  
Die Statistik wird als Exceltabelle beigefügt.
Diese Zahlen gemahnen uns, unsere Arbeit fortzusetzen. Sie ist von großer Bedeutung für die Betroffenen.
Etwas anders verhält es sich mit den Nachfragen bei uns. Wer die Webseite aufmerksam liest, kann eigentlich alles, was zur Suche des Vaters erforderlich ist, finden. Kontakt zu uns ist nicht nötig.
Und so kam es, dass wir 2015 ca. 140 persönliche Nachfragen hatten. In diesem Jahr gingen sie auf ca. die Hälfte (etwa 75) zurück.
Nach etwas mehr als zwei Jahren schätzen wir ein, dass die Überlegung, mit seinem Problem in die Öffentlichkeit zu gehen, nur eine ganz kleine Gruppe betrifft. Suchen wir im Internet, in Presse und Literatur nach Geschichten, kommen vielleicht 60 – 80 Namen und Schicksale zusammen. Betrachtet man die geschätzte Zahl von zwischen 100 000 und 400 000 Russenkindern, ist das eine Marginale.

Die Aktivisten bewegen sich zum Teil schon viele Jahre in Filmen, Presse, Internet und Fernsehen. Es kommen nur ganz wenige neu hinzu.
Alle, die sich bei uns gemeldet hatten, wurden gefragt, ob sie nicht ihr Schicksal anonymisiert und verfremdet mit auf die Webseite bringen möchten. Dafür gibt es kaum Bereitschaft.

Das Bild der Russenkinder in Deutschland wird also durch eine ganz kleine Minderheit, etwa im Hundertstelbereich eines Prozentpunktes, bestimmt. Über das Denken, Empfinden und Leben des übergroßen Teils von uns, also von über 99,9 % gibt es kein gesichertes Wissen.
Halten wir es uns immer vor Augen – wenn es Quantifizierungen über uns gibt, es sind Spekulationen an Hand einer statistisch zu vernachlässigenden Menge, zumal, weil gar nicht möglich, keiner repräsentativen Auswahl. Aussagen wie etwa   10 % der Besatzungskinder, wobei die Zahl der Besatzungskinder durch die britischen, amerikanischen und französischen wesentlich höher liegt, seien depressiv – da frage man einen Statistiker, was der von solcher Aussage bei dieser Datenlage hält.

Als wichtiges Ereignis ist zu vermerken, dass wir uns mit unseren österreichischen Freunden vom Verein „Österreich findet Euch“ verbunden haben. Zusammengearbeitet hatten wir schon länger. Ein Besuch in Wien im Oktober vertiefte unsere Verbindung. Unsere Webseiten sind verlinkt, wir veröffentlichen ihre Termine und Suchmeldungen.
Ebenso haben wir unsere Erfahrungen mitgeteilt und einen Gedankenaustausch geführt, wie die Suchen effektiver gestaltet werden können.
Austria – Du machst es besser!“ Die Situation für die Besatzungskinder, Russenkinder eingeschlossen, in unserem südlichen
Nachbarland unterscheidet sich von der bei uns beträchtlich. Sie werden von Regierung und Öffentlichkeit wahrgenommen als das, was sie sind, Menschen, die teilweise ein schwieriges Leben hinter sich haben und ev. der Hilfe bedürfen. Und die bekommen sie. Es gibt das Boltzmann-Institut in Graz, welches ihnen bei der Suche nach dem Vater hilft. 
Auf der Webseite des Vereines „Österreich findet euch“ kann man nachlesen, dass zum Beispiel der österreichische Botschafter in Moskau sich aktiv bei der Hilfe engagiert hat. Nun – Österreich hat einen jungen Außenminister. 

Wir haben unsere Unterstützung der Promoventin Sophie Hubbe von der Universität Magdeburg zugesagt und wünschen einen erfolgreichen Abschluß.

Im Dezember meldete sich ein Privatfernsehsender bei uns. Dabei geht es um eine Sendung, die glücklich gelöste  Vaterfindungen zeigen möchte. Russenkinder spielen dabei nur eine Rolle. Ebenfalls sind Kinder auf der Suche nach ihren Vätern, die adoptiert wurden, von Samenspendern stammen usw. Der Sender möchte geglückte Zusammenführungen darstellen. 
Das ist der Hauptgrund für uns mitzumachen, weil es uns hilft. Wir sagen ja von Anfang an, dass wir alle unsere Väter respektive unsere Familien suchen und finden möchten. Das kam bisher bei öffentlichen Auftritten von Russenkindern so nicht vor. Wir wollen aber unsere Mitgenossen aufwecken, ihnen sagen, dass sie nicht allein sind und sie zur Suche bewegen. 
Wer seine Bereitschaft erklärt hat, wird an die betreffende Stelle übermittelt. Es ergeht keine besondere Benachrichtigung.

Nun hat das russische Militärarchiv 2016 die Bedingungen für die Suchen verschärft. Wir haben einen Brief nach Podolsk mit der Bitte geschrieben, wieder zur ursprünglichen Beantwortung unserer Anfragen zurückzukehren. Das ist für uns ein zentrales Thema, weshalb wir einige Überlegungen anstellen.
Im Chor der Besatzungskinder des 2. Weltkrieges gehen die Alliierten unterschiedlich heran, natürlich unter Berücksichtigung der Gegebenheiten und Normen. So erfahren amerikanische Besatzungskinder Hilfe und Unterstützung bei ihren Suchen. Französische Besatzungskinder werden mit der französische Staatsbürgerschaft geehrt. Die englische Königin unterstützt derartige Bemühungen und zeichnet Menschen, die auf diesem Gebiet helfend tätig sind, mit Orden aus.
Russland hatte seine Archive für Anfragen seit mindestens 1993 geöffnet und Auskünfte erteilt. Der Autor dieser Zeilen erhielt die Angaben zu seinem Vater im Jahr 1997.

Und nun nach so vielen Jahren werden Hürden aufgebaut. 
Alle Beteiligten und Freunde sind sich einig, dass die Familienfindung eine außerordentliche emotionale Bedeutung für die Menschen hat und deshalb von   humanistisch fühlenden und denkenden Menschen, Staaten und Gesellschaften zu unterstützen ist. Es ist eine Frage der Menschlichkeit. 
Ich erinnere mich an den Beginn der OSZE Anfang der 1970-er Jahre. Die sozialistischen Staaten wollten politische Anerkennung vom Westen. Wer es noch weiß, es wurde als Korb 1 bezeichnet. Das bis dato bestehende Verhältnis zwischen Ost und West hatte sich überlebt. Es wurde Zeit, die Starrheit des Kalten Krieges zu überwinden. 
Die westlichen Länder nutzten die Gelegenheit, ebenfalls ihre Prinzipien zu fordern. Und so wurden u.a. die menschlichen Beziehungen ins Spiel gebracht, Korb 3 – menschliche Erleichterungen mit Familienzusammenführung, Reiseerleichterungen etc.

Wie ist das heute? 

Ein Beispiel aus unserem Kreis: Als sich Kasachstan im Jahr 2009 auf den Vorsitz der OSCE vorbereitete, übrigens unter Anleitung eines Parlamentarischen Staatssekretärs im deutschen Außenministerium für Russland und Zentralasien zuständig, schrieb der Autor dem kasachischen Präsidenten Nasarbajew einen Brief. Große Familie in Kasachstan gefunden, eine kasachische Frau geheiratet – es gab keine Antwort. Erst recht natürlich keine irgendwie geartete Hilfe zur Familienzusammenführung. Die menschliche Komponente wurde völlig verdrängt. Übrigens mit Wissen und Hilfe des oben erwähnten Staatssekretärs. Es gab Orden, Auszeichnungen, Lob, Beförderungen für die Beteiligten.

Nur das Menschliche – das fiel durch. 
Als besonders erwähnenswert erscheint in diesem Zusammenhang, dass fast eine Million ethnischer Deutscher aus Kasachstan in die Bundesrepublik übersiedelten und eingegliedert wurden. Kasachstan war und ist nicht gewillt, einen einzigen solchen Fall in 17 Jahren einer menschlichen Lösung zuzuführen .

Man muß sich unsere Situation vorstellen. Unsere Väter und unsere Familien kommen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Jeder Mensch möchte stolz sein auf seinen Vater, auf die Nation, aus der er stammt, weil er durch den Vater selbst dazugehört. Auf diese östliche Seele, auf diese tiefe menschliche Herzlichkeit, auf Anteilnahme, Hilfsbereitschaft und was es noch an menschlichen Regungen gibt, Kinderliebe, Achtung der Eltern … Auch wir möchten stolz darauf sein.

Deshalb würde es uns besonders schmerzen, wenn Russland, gewissermaßen unsere Titularnation, wieder hinter diese Prinzipien der OSZE von vor 1972 zurückgehen würde. 
Wem würde es helfen?

Wir beschreiben hier unseren augenblicklichen Stand. Mehr nicht. Hinzugefügt werden muß, dass die antirussische Propaganda in der Bundesrepublik, die sich teilweise auch an uns abarbeitet, dabei eine Rolle spielt. Und wenn Russland uns nun ebenfalls noch hängen läßt, sitzen wir zwischen allen Stühlen.

Wir haben noch keine Antwort auf unsere Fragen.

Seien wir optimistisch - betrachten wir es als Mißverständnis, welches demnächst geklärt wird.

Allen ein gesundes, erfolgreiches und schönes neues Jahr!

Anatoly Rothe


 

Wichtige Mitteilung uns betreffend - Hilfe bei der Suche nach dem Vater und dessen Familie

Dezember 2016

Liebe Russenkinder und Freunde,

eine deutsche Fernsehproduktion hat sich an mich gewandt mit der Bitte, Russenkinder, die auf der Suche nach dem Vater sind, zu vermitteln. Sie wollen solche Suchen zu einem Erfolg verhelfen.
Bedingung ist, dass die Suche auch Aussicht darauf hat. Das bedeutet unter den gegebenen Umständen, dass der Name des Vaters bekannt ist.
Wie wir ja zur Kenntnis nehmen mußten, hat das Militärarchiv in Podolsk die Beantwortung der Anfragen in diesem Jahr bis zur völligen Nichtbeantwortung wesentlich verschärft.
Einfügend möchte ich in diesem Zusammenhang mitteilen, dass ich dem Direktor des Archivs in Podolsk einen langen Brief geschrieben habe. Er möchte bitte einmal erklären, was das bedeutet und wieder zur unbürokratischen Auskunftserteilung zurückkehren. Ebenso habe ich ihn eingeladen, einmal in Berlin oder wo auch immer seine Erkenntnisse über unser Thema darlegen, weil hier dadurch zwar viele Spekulationen kreisen, aber kaum belastbares Material vorliegt. Er trüge damit zur Versachlichung bei.
Die Fernsehproduktion ist bereit, auch unkonventionelle Wege zu gehen, so dass es eine gute Möglichkeit ist, es auf diesem Wege zu versuchen. Die Produktion würde kurzfristig mit ersten Aufnahmen beginnen.
Weiter wurde verabredet, die Kontaktaufnahme über mich vorzunehmen. Nach Weiterleitung nimmt die Produktionsfirma direkten Kontakt mit den gemeldeten Russenkindern auf.
Wie ja ebenfalls alle wissen, steht die Suche nach dem Vater und Hilfe dabei von Anfang an bei uns an hervorragender Stelle, weshalb wir sofort zugesagt haben zu helfen.
Also Russenkinder in Deutschland und Österreich – wer den Namen des Vaters, eventuell sogar schon mehr Angaben hat, wer schon mehr weiß, aber ihn oder seine Familie noch nicht gefunden hat – meldet Euch!
Bitte folgende Angaben mitgeben:
eigener Name,
Name des Vaters,
ev. schon vorhandene Kenntnisse über ihn,
Mailadresse,
Anschrift und Telefonnummer.
Da es sich um etwas außerordentlich Wichtiges im Leben eines Menschen handelt, seinen Vater oder dessen Familie zu finden, könnt Ihr alles Trennende oder was Euch eventuell davon abhalten könnte, sich an mich zu wenden, fallenlassen. Jeder, wirklich jeder, kann sich melden und wird weitergeleitet.

Ich wünsche Euch viel Glück!
Bitte gebt die Mail weiter!

Frohe Weihnachten!

Anatoly Rothe

 

Information November 2016

Liebe Russenkinder und Freunde,
beim Betrachten des zurückliegenden Monats ergab es eine weitere
Zunahme der Besuchszahlen auf unserer Webseite. Das Interesse an
Russenkinder.de ist also ungebrochen, ein Ansporn für uns.

Ganz besonders hat uns gefreut, dass die Suchen und das Schicksal
unseres Jürgen Schubert seit Beginn vor zwei Jahren im November
insgesamt über 10 000 Mal aufgerufen wurden. Und das weltweit. Er und
sein Freund Thomas Hagen haben damit einmal für Jürgen selbst und für
unser Anliegen, Russenkindern zu helfen, ein großes Publikum
geschaffen. Das ist nicht von allein eingetreten, sondern wurde durch
eine fleißige Arbeit der beiden erzielt. Nun hoffen wir, dass diese
Suche nach dem Vater und seiner Familie zu einem Erfolg führt.

Wir wurden gefragt, ob wir eine wissenschaftliche Arbeit der
Universität Magdeburg unterstützen würden. Wir haben sofort zugesagt
und einen entsprechenden Text 
https://www.russenkinder.de/index.php/de-de/aktuelles#Promotion_Hubbe
veröffentlicht.
Hier nun der Text, den die Promoventin Sophie Hubbe, M.A. für diese
Information verfertigt hat:

*Promotionsvorhaben zum Thema deutsche Besatzungskinder und -enkel*
Mit dem Thema der transgenerationalen Weitergabe von deutschen und
österreichischen Besatzungskindern und -enkeln beschäftigt sich das
Promotionsprojekt der Magdeburgerin Sophie Hubbe. In einer Kooperation
zwischen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Sigmund
Freud Privatuniversität Wien soll in den kommenden zwei Jahren
untersucht werden, welche Elemente elterlichen Selbstverständnisses
Besatzungsenkel von ihren Eltern übernahmen und welchen Einfluss diese
auf aktuelle politische und gesellschaftliche Einstellungen der
Besatzungsenkel haben.
Das Forschungsthema soll transdisziplinär mit einer historisch-
psychologischen Herangehensweise untersucht und bearbeitet werden.
(Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Wir möchten an dieser Stelle bitten, Frau Hubbe bei ihrer Arbeit zu
unterstützen.

Das Jahr geht dem Ende entgegen. Einige Rechnungen sind noch zu
bezahlen. Damit nicht immer die wenigen üblichen Mitglieder die
Vereinskosten tragen, würden wir darum bitten, in den nächsten Tagen
einmal eine kleine finanzielle Zuwendung für den Verein zu überweisen. 

Bankverbindung:
Kontoname: Russenkinder
Deutsche Skatbank
IBAN DE 2983 0654 0800 0485 0009
BIC GENODEF1SLR

Allen ein frohes und gesundes Weihnachtsfest!

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe

 

 

Information Oktober 2016

Liebe Russenkinder und Freunde,

wichtigstes Ereignis des Monats Oktober war das Treffen der
österreichischen Besatzungskinder, mehrheitlich Russenkinder, in Wien
am 15. 10. 2016, an dem ich teilnahm. Über Verlauf und Ergebnis kann
man sich unter 

http://www.russenkinder.de/index.php/de-de/aktuelles#aktWien

und unter

http://www.abgaengig-vermisst.at/news/treffen-der-russenkinder-15-oktob
er-2016-in-wien/

informieren. Besonders habe ich mich natürlich gefreut, unter welcher
herzlichen und vertrauensvollen Atmosphäre unser Verein und unsere
Arbeit aufgenommen wurde.
Wir werden weiter zusammenarbeiten und eine internationale Konferenz
für das kommende Jahr vorbereiten.


Im Frühsommer dieses Jahres erfuhren wir das erste Mal, dass das
Militärarchiv in Podolsk, ZAMO, keine Auskunft mehr bei Anfragen zum
Vater erteilt. Das war Anlaß zu einer Anfrage an die russische
Botschaft in Berlin, welche nicht beantwortet wurde. Wir wollten das
Thema nicht weiter popularisieren, weshalb es in der
Jahresmitgliederversammlung im September nur am Rande eine Rolle
spielte. 
Nun aber erfuhren wir von weiteren solcher Absagen, wobei die
Formulierungen nicht eindeutig und nicht vollständig nachvollziehbar
sind.
Die Frage der Suche nach dem Vater spielt bei uns von Anfang an eine
herausragende Rolle, weshalb wir darauf reagierten und dem Direktor des
Militärarchivs in Podolsk in diesem Monat einen Brief schrieben mit der
Bitte um Auskunft, was Auslöser der Entwicklung war und darum, wieder
zur gewohnten Arbeit mit Auskunftserteilung zurückzukehren.
Wegen der außerordentlichen Wichtigkeit habe ich ebenfalls in einem
Brief den russischen Botschafter Grinin in Berlin um Unterstützung
gebeten.

Sobald Antwort eintrifft, wird sie sofort weitergegeben, da ein
immenses Interesse daran besteht und sie Auswirkungen auf unsere Arbeit
haben könnte. Hoffentlich wird zum vorherigen Verfahren zurückgekehrt,
damit wir sie ruhig fortsetzen können.
Schwierigkeiten gibt sowieso mit dem Erreichen von Russenkindern, die
sich noch nicht mit ihrem Thema beschäftigt haben und bei den Suchen
selbst. 

Haben wir also Vertrauen in das Land unserer Väter und unserer
Familien, dass es seiner humanistischen Aufgabe wieder zuverlässig
nachkommen wird!

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe

 

 

Information September 2016

 Liebe Russenkinder und Freunde,

wichtigstes Ereignis für unseren Verein in diesem Monat war die
Mitgliederversammlung. Wir konnten ein erfolgreiches Jahr abrechnen.
Das gilt für unsere Arbeit für Russenkinder, die begonnen haben, sich
mit ihrem Schicksal auseinanderzusetzen und sich auf die Suche nach
ihren Vätern zu begeben. Ein deutliches Zeichen für unsere Wirksamkeit
ist auch die Nutzung der Webseiten. Nunmehr werden sie monatlich über 6
000 Mal aufgerufen, so auch im September wieder. Ein Trend, der uns in
unserer Arbeit bestärkt.

Ebenso können wir feststellen, dass es uns gelungen ist, eine gewisse
Isolation zu durchbrechen. Wir haben Partner, wir suchen und finden
Möglichkeiten, eine größere öffentliche Aufmerksamkeit für unsere
Problematik zu bekommen.
Da erwarten wir noch einiges.

Auffällig ist bei genauerer Betrachtung der Webseitenaufrufe, dass auch
unsere Darstellung der Geschichte, also wie es zu uns kam und wie es
sich in den letzten 70 Jahren entwickelte, unser Punkt „Phänomen
Russenkinder“, eine größere Aufmerksamkeit erhielt. Wir sehen darin ein
Zeichen der Versachlichung dieses hoch emotionalen Themas. Leider
entwickelt sich dazu keine richtige Diskussion. 

Im Oktober nehmen wir an einem Besatzungskindertreffen in Wien teil, es
gibt weitere Gespräche. Die Arbeit läßt nicht nach.

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe

 

Information August 2016

Liebe Russenkinder und Freunde,

 

wir erfuhren, dass unsere Freundin, Dr. Angelika Miermeister, in der

Nacht 12./13. August verstorben war.

Sie war eine geachtete Ärztin in Berlin-Müggelheim. Ich selbst lernte

sie vor mehr als zwei Jahren in Berlin kennen. Damals bereiteten wir

uns auf die erste Leipziger Begegnung vor. Wir fanden einen guten

Kontakt zueinander.

Sie war vielseitig interessiert. Einmal, es war 2015 im März nach dem

Treffen in Leipzig, kam in unserer folgenden Korrespondenz heraus, dass

sie bei dieser Gelegenheit wie wir die Möglichkeit ebenfalls genutzt

hatte, in der Stadt zwei Kunstausstellungen zu besuchen.

Sie traf sich mit uns zu unseren Terminen zum 8. Mai in Berlin.

Wir werden sie nicht vergessen.

Es ist leider darauf hinzuweisen, dass es für den Verein schon der

dritte Todesfall aus unserem Umkreis ist, von dem wir Kenntnis

erhielten. Die Zeit schreitet voran, mithin unser Alter und diese

Mitteilungen werden wohl nicht weniger.

Deshalb an dieser Stelle noch einmal, was wir schon von Anfang an

schreiben: Für diejenigen, die sich noch nicht mit der Suche nach dem

Vater beschäftigt haben, macht Euch auf den Weg! Die

Wahrscheinlichkeit, die Väter zu finden, schwinden, lernt Eure Familien

kennen! Sprecht alle an, die es noch nicht begonnen haben!

Auch möchten wir explizit darauf hinweisen, dass es unnötig ist, in

diesem Zusammenhang Ängste und Befürchtungen zu haben. Uns ist kein

Fall bekannt, dass ein Russenkind, welches sich nach dem Ende der

Sowjetunion auf die Suche nach dem Vater begeben hat, irgendwelchen

Verfolgungen oder Repressalien ausgesetzt wurde. Im Gegenteil, die, die

ihre Familien gefunden haben, erfahren familiäre Verbundenheit und

Glück.

 

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Unsere Jahresmitgliederversammlung findet am Sonnabend, den 24. 9. 2016

10.30 Uhr

statt.

Der Ort ist wieder das Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst,

Zwieseler Straße 4

D-10318 Berlin. Wir denken – eine gute, uns würdige Stätte.

 

In Vorbereitung der Jahresversammlung hier eine kleine Statistik

unserer Webseitenaufrufe:

 

                        Gesamt      2.016        2015       Vor-       akt.          2016 tgl

                                                                          Monat     Monat       Aufruf

Gesamt          116.723      51.782    52.804     6.175       6.107             214

D Ges.              75.702      32.001    35.643     4.103       4.230             132

AT Ges                  958           958             0        658          298                4

Ru Ges            19.013         7.580     8.287         617          575              31

En Ges              9.329         5.227     3.169        314           482              22

Po Ges              4.152         1.997     2.155        137           160               8

Fr Ges               4.284         2.312     1.972        186           209             10

He Ges.            3.285          1.707    1.578        158           153               7

davon

ES                    16.682         6.582    8.380         531          719              27

Suche d.Va.   10.304         4.460    4.695          330         401              18

Suchen ges.   10.548         6.234    3.597          581         459              26

(D=deutsche Version, AT= österreichische Version, Ru = russische, En=englische, Po= polnische, Fr= französische, He= hebräische,

ES = Einzelschicksale, Suche d.Va. = Suche des Vaters, Suchen ges. = Suchanfragen

letzte Spalte= durchschnittliche tägliche Aufrufe im Jahr 2016) (Die AT-Seite ist erst seit dem 14. Juli 2016 erreichbar))

 

Wenn die Seite, die die Suche nach dem Vater beschreibt, schon über 10

Tausendmal wie auch die Seite unserer Suchen ebenfalls 10 Tausendmal

aufgerufen wurden, und zwar weltweit, zeigt es das große Interesse

daran.

Die relativ wenigen unserer Schicksale wurden schon über 16 000 Mal

gelesen.

Auch hatten wir, wie schon mehrfach geschrieben, einen Rückgang der

Zugriffe im Laufe der Zeit erwartet, eine gewisse Sättigung.

Eingetreten ist das Gegenteil, schon zweimal hintereinander wurden die

Seiten über 6 000 Mal angeklickt, vorher waren über 5 000 Aufrufe

üblich.

Wir werden also auf unserer Jahresversammlung eine gute Bilanz ziehen

können. Ebenso bereiten wir für das nächste Jahr einiges vor.

Die Urlaubszeit endet, hoffentlich sind alle gut erholt.

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe

 

 

Information Juli 2016

Liebe Russenkinder und Freunde,

der Juli brachte für unsere Webseite eine Spracherweiterung:
Österreichisch.
Mit unseren Freunden sind wir seit über einem Jahr verbunden. Nun haben
wir uns entschlossen, die Zusammenarbeit zu vertiefen. Wir übernahmen
von ihnen ihre Suchanzeigen, verlinkten unsere Seiten. Für Oktober ist
in Wien eine Veranstaltung vorgesehen, in der sich unser Verein
vorstellen wird.
Warum sollte es nicht geschehen? Unsere Väter kommen aus der gleichen
Armee, unsere Suchräume sind die gleichen, unsere Suchprobleme
ebenfalls, unsere Sprache sowieso, na beinahe. Wir können dadurch nur
gewinnen.
Seht Euch einmal die Webseite an und lernt sie kennen:   
www.abgaengig-vermisst.at
Über den Vorsitzenden Christian Mader kann man sich zusätzlich bei  
http://www.oesterreichfindeteuch.at/ueber-uns/  sachkundig machen.

Was unsere Arbeit anbelangt, bekommen wir nach wie vor Anfragen, wie
man den Vater suchen kann. Alles hat sich eingespielt, die
Suchmechanismen wurden für uns Routine. Natürlich wissen wir, dass
jeder Fall anders liegt. Die nachfragenden Russenkinder sind emotional
betroffen, wir sprechen die sachlichen Notwendigkeiten an und geben
Hilfe.

Die Suche nach den Vätern gestaltet sich immer schwieriger. Es ist viel
Zeit vergangen. Wer es noch nicht unternommen hat, bitte – beginnt!

Zum 24. 9. 2016 berufen wir unsere Jahresmitgliederversammlung ein. Wir
wollen sie wie im vergangenen Jahr zu einem Höhepunkt machen,
schließlich gilt es, die erfolgreiche Entwicklung des vergangenen
Jahres auszuwerten und zu überlegen, was wir im nächsten Jahr
veranstalten wollen. Einige Überlegungen gibt es dazu bereits.
Selbstverständlich sind alle unsere Freunde und Helfer eingeladen.
Ebenso würden wir uns freuen, nähmen Wissenschaftler, die sich mit
unserem Thema befassen, teil. Es gibt eine Reihe von Vereinen, die sich
wie wir um die Belange von Besatzungskindern kümmern. Auch sie würden
wir gern begrüßen wollen und mit ihnen in Erfahrungsaustausch treten.

Es wird um rege Diskussion und Vorschläge gebeten. Selbstverständlich
können Beiträge schriftlich eingereicht werden, die vorgetragen werden.
Wir bitten insbesondere unsere Mitglieder darum, die nicht anreisen
werden.  

Und trotz, vielleicht auch wegen der Urlaubszeit hatten wir  im Juli
über 6 200 Zugriffe auf unsere Webseiten. Wichtig ist die Frage, was
besonders interessiert. Und da gibt es durchaus etwas Bemerkenswertes.

Hier die „Hitliste“, sortiert nach durchschnittlich täglichen Aufrufen
in diesem Jahr:

Täglich
Gesamt                                                               216
dav. die deutschen Seiten gesamt                131
          davon         Startseite                               40
                Phänomen Russenkinder                 14
                Einzelne Schicksale ges.                   13
                Verein                                                  11

        Russische Seiten                                       33
        Englisch                                                      22
        Französisch                                               10
        Polnisch                                                       9
        Hebräisch                                                    7

Die österreichischen Seiten stehen seit dem 14. Juli 2016 online und
haben es in zwei Wochen auf 660 Aufrufe geschafft. Das entspricht fast
39 Aufrufen jeden Tag. 
Wir gratulieren Euch dazu ganz herzlich!

Das Phänomen Russenkinder“ ist also nach der deutschen Startseite die
am meisten aufgerufene einzelne Seite in diesem Jahr. Erfreulich für
uns, weil wir da unsere Entstehung in den geschichtlichen Rahmen
eingeordnet haben. Wir würden uns wünschen, wenn es dazu Diskussion
geben würde. Ein Gästebuch dafür ist eingerichtet. Wir haben es so
gestaltet, dass kein Name, keine E-Mail-Adresse noch sonst etwas
gefordert oder gespeichert wird. Natürlich auch keine IP-Adresse etc. -
also völlig anonym.
Ebenso sind natürlich E-Mails möglich.

Einen schönen Sommer noch!

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe


Anhang
Einladung zur Mitgliederversammlung am Sonnabend, den 24. 9. 2016 in
Berlin

 

 

 

Information Juni 2016

Liebe Russenkinder und Freunde,

wichtigstes Ereignis des vergangenen Monats war der 75. Jahrestag des Überfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion.

Wir begingen ihn entsprechend seiner Bedeutung. In Berlin fanden die Feierlichkeiten am Vormittag am Treptower Ehrenmal und am Nachmittag am Ehrenmal im Tiergarten statt. Zu beiden Gegebenheiten legten wir einen Blumenstrauß mit einer Widmung nieder.

Wir befanden uns im Kreis vieler Teilnehmer, Repräsentanten und Angehöriger der Nachfolgestaaten der Sowjetunion, Deutscher und weiterer Nationen.

Für uns hat der Tag eine besondere Bedeutung. Einerseits haben unsere Väter den Krieg überlebt, sie liegen nicht in diesen Gräbern, aber ohne ihn würde es uns in dieser Konstellation nicht geben. Andererseits haben die Familien unserer Väter große Opfer gebracht. Kaum eine Familie in der großen Sowjetunion war davon nicht betroffen.

Unter „Aktuelles“ haben wir ein Foto von dieser Begebenheit in Treptow mit Alexandra und mir vor dem Kranz der kasachischen Botschaft auf die Webseite gestellt.

Ansonsten sind eine Reihe von Kontakten geknüpft worden, von denen wir uns Hilfe und Unterstützung in unserem Anliegen erhoffen. Um es noch einmal deutlich zu formulieren: Es geht darum, unser Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Grund ist einfach – Russenkinder, die sich bisher noch nicht mit ihren Problemen befasst haben zu aktivieren.

Begebt Euch auf die Suche nach Euren Vätern! Viel Zeit bleibt nicht.

Lest unsere „Suche nach dem Vater“, da steht, was Ihr unternehmen müßt. Kontakte zu uns sind nicht nötig. Aber wer dabei unsicher ist – wir geben Hilfe und Unterstützung.

Wir gehen selbstbewußt mit dem Thema um, worauf uns immer wieder eine gewisse Befindlichkeit, so als würden wir mit unserem Auftreten und unseren Texten anklagen oder Vorwürfe verbreiten, begegnet. Noch einmal sei es gesagt, nachzulesen auf unserer Webseite:

Es geht um Hilfe und Unterstützung für alle Russenkinder und darum zu erklären, wie es zu uns kam. Das ist ein weites Feld, viele Lebensläufe mit den unterschiedlichsten Erleben gibt es.

Es geht nicht um Schuldzuweisung, auch nicht hintergründig. Das würde unserem Anliegen widersprechen und paßt so gar nicht zu uns. Lesen Sie unsere Texte und Sie werden vergebens ein solches Anliegen suchen.

Wir lassen uns selbstverständlich ebenfalls nicht instrumentalisieren oder vor irgendeinen politischen Karren spannen. Unsere Arbeit ist rein humanitär ausgerichtet. Und dabei wird es bleiben.

Wir werden jeden Monat weltweit über 5 000 Mal gelesen und verstanden, erfüllen offensichtlich eine wichtige Aufgabe.

 Wer mit uns zusammenarbeiten möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

 Die Urlaubszeit beginnt, allen gute Erholung!

 

Herzlichen Gruß

 

Anatoly Rothe

 

 

 

2. Information Mai 2016

Liebe Russenkinder und Freunde,

den 3. Juni 2016 sollten wir uns merken. Einmal ist heute der
Hunderttausendste Klick auf unsere Seiten erfolgt; im Mai waren es
wieder 5 500. Wir weisen noch einmal darauf hin, dass auf unseren
Webseiten die Zugriffszahlen nachzulesen respektive nachzukontrollieren
sind.
Und andererseits deshalb, weil es ein Treffen in der kasachischen
Botschaft mit Diplomaten gab, bei dem es darum ging, wie wir unsere
Arbeit qualifizieren können. Es gab eine Reihe von Überlegungen und
Vorschlägen. Sie zielen darauf hinaus, unser wichtiges Anliegen,
nämlich Russenkinder, die sich bisher noch nicht damit befaßt haben,
dazu zu bewegen, sich einmal ihrer Situation bewußt zu werden und sich
auf den Weg der Vatersuche zu begeben.
Und in diesem Zusammenhang steht natürlich die Frage, wie
weitere  Informationsquellen erschlossen werden, um die Suchen
erfolgreicher zu gestalten. 
Erfreulich war die Atmosphäre und die Kompetenz, mit der dieses
Gespräch geführt wurde.
Wir werden diesen Anregungen nachgehen und sobald sich etwas ergibt,
darüber informieren und umsetzen.

Wir wissen es doch, bei manchem Fall hat man kaum Hoffnung, aber wenn
es uns gelingt, die entsprechenden Kontakte zu knüpfen, wird auch in
solchen Fällen der Horizont heller.

Es steht am 22. 6. der 75. Jahrestag des Überfalls Deutschlands auf die
Sowjetunion bevor. Wir haben unter Terminen eine Reihe von
Veranstaltungen aus diesem Anlaß auf unserer Webseite veröffentlicht.
Wenn es weitere Vorschläge dazu gibt, bitte einreichen. Das ist nicht
auf Berlin beschränkt, auch in anderen Städten wird sicher dieses Tages
gedacht werden.

Gehen wir zu diesen Veranstaltungen! Sie sind ein wichtiger Termin für
uns und unsere östlichen Familien.

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe


 

Information Mai 2016

Liebe Russenkinder und Freunde,

der 8. Mai steht vor der Tür. Für alle Menschen in der Welt bedeutet er
das Ende des 2. Weltkrieges, der Unterdrückung vieler Völker in Europa
und der Welt.
Für uns, deren Väter zu diesem Sieg über Nazideutschland einen
entscheidenden Beitrag geleistet haben, ein Tag des Gedenkens. Unsere
Väter und Familien haben große Opfer gebracht, große Anstrengungen
unternommen, damit der Sieg errungen werden konnte. 

Nutzen wir die Gelegenheit, uns an diesem Tage an würdige Stelle zu
begeben. 

Am Vormittag gibt es die Kranzniederlegung am sowjetischen Ehrenmal in
Treptow, aber ebenso an den anderen Gedenkstätten in Berlin und
anderswo.

Wir in Berlin haben wie in jedem Jahr die Gelegenheit, uns am Deutsch-
Russischen Museum in Karlshorst ( http://www.museum-karlshorst.de/)
zum Museumsfest zu treffen. In diesem Jahr ist Dänemark Gastland. 
Das Fest wird um 11.00 Uhr eröffnet. Das Programm sieht vor:

13.00 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst mit evangelischen, katholischen
und der russisch-orthodoxen Gemeinde der dänischen Christianskirken

15.00 Gedenken und Kranzniederlegung

Den ganzen Tag laufen dänische Filme, es finden Lesungen und Konzerte
statt.

Um 17.00 spricht der dänische Botschafter Friis Arne Petersen ein
Grußwort. Anschließend gibt es einen Vortrag  „Dänemark im 2. Weltkrieg“
mit anschließender Podiumsdiskussion zu der Frage „Wie hat Dänemark den
Zweiten Weltkrieg erlebt und wie erinnert man sich heute daran; Gibt es
dänisch-sowjetische Anknüpfungspunkte?“
Das ist für uns insofern interessant, weil es auch in Dänemark
Russenkinder gibt. Längst nicht so viele wie bei uns, aber es gibt sie
und wir haben die Gelegenheit, uns nach ihrem Schicksal zu erkundigen.

Den ganzen Tag über gibt es aus der russischen, dänischen und deutschen
Küche Spezialitäten.

Laßt uns diesen Tag gemeinsam würdig begehen. Treffen wir uns an diesen
Stätten!

Zur Arbeit des Vereins ist zu sagen, dass es weitere Meldungen von
Russenkindern gibt, die uns ihre Geschichten erzählen und denen wir
versuchen, so denn möglich und notwendig, hilfreich zur Seite zu
stehen.
Ein Russenkind, eine Frau in Ostdeutschland, Jahrgang 1947, hat mich
beeindruckt. Sie ist nach dem Ende der DDR in die russische Kaserne
marschiert und hat dem Kommandanten gesagt, dass ihr Vater 1947 in
dieser Kaserne diente und dann verschwand. Er möchte ihr bitte den
Namen des Vaters mitteilen. Eine wunderbare Haltung!

Des weiteren gab es eine Reihe von Kontakten, die unsere Arbeit, wenn
sie zu Resultaten führen, erleichtern wird. Darüber wird, sobald es
konkreter ist, selbstverständlich berichtet werden.

Die Webseite hatte wie gewöhnlich etwas 5 500 Zugriffe. Es erstaunt
immer wieder, dass diese Anzahl nicht abnimmt.

Vielleicht sehen wir uns am 8. Mai in Berlin.

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe

 

 

Information April 2016

Liebe Russenkinder und Freunde,

Unsere Webseite ist endlich fertig. Seht sie Euch an. Auf zwei Dinge möchte ich aufmerksam machen:

1. Unsere Webseite wurde neueren Bedingungen angepasst. Die Arbeit war schwierig, weshalb wir alle Leser bitten zu überprüfen, ob sich Fehler eingeschlichen haben, Formalitäten wie Textgestaltung sich verbessern ließen etc.
2. Zur Vatersuche. Ich hatte vor Ostern im Heimatmuseum meiner Geburtsstadt angerufen und gefragt, ob es nicht einige Ausstellungsstücke über die sowjetischen Militärs während der Besetzung in Deutschland gibt. Die Antwort war negativ. Aber der Angerufene erinnerte sich, dass sie in ihren Archiven Dokumente haben, die die Besatzungszeit betrafen. Die SED hatte Ende der 60-er Jahre eine Phase der Geschichtsaufarbeitung. Und so übermittelte der Museumsmitarbeiter mir eine Reihe von Seiten, die die damalige Zeit betrafen. Da fanden sich Reden, Fotos der sowjetischen Kommandanten bei Zusammenkünften mit den örtlichen Aktivisten etc.
Und so erfuhr ich die Namen der Vorgesetzten meines Vaters, erhielt deren Fotografien und Einblicke in ihre Arbeit. Im Wesentlichen handelt es sich um die Organisation des Lebens nach Kriegsende, Versorgung der Bevölkerung,  Saatgutverteilung, Organisation einer zivilen Ordnung, Überprüfung und Einbeziehung von Deutschen zum Aufbau des Lebens in Ostdeutschland. 
Diese Aufarbeitung der Geschichte erfolgte auf Kreisebene DDR-weit. Natürlich sind diese Texte im Geist der Zeit geschrieben und heute etwas schwierig zu lesen. Aber es war eben damals so. Es ist also zu vermuten, dass da noch einige Informationen zu unseren Vätern liegen.
Fragt nach! In Museen, bei alten Parteimitgliedern, die vielleicht wissen können, wo solche Schriften abgeblieben sein können oder gar noch einer solche Blätter besitzt.
Dieser Hinweis auf Quellensuche betrifft in erster Linie die ostdeutschen Russenkinder. Es haben sich in der letzten Zeit Russenkinder gemeldet, die jüngeren Geburtsdatums sind. Für die ist das eine besonders gute Chance, den Vater zu finden oder wenigstens einen Anhaltspunkt für die Suche.
Für Russenkinder aus anderen Ländern kann das ebenfalls interessant sein, wenn sie wissen, dass ihr Vater nach Ostdeutschland versetzt wurde. In diesen Fällen würden wir mit Rat helfen.
Also liebe Russenkinder – macht Euch auf den Weg! Da liegt Material.
Suchen wir es und heben es für unsere Zwecke.

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe


 

Information März 2016

Liebe Russenkinder und Freunde,

beginnen wir mit dem wichtigsten Datum für uns in diesem Jahr – es ist der 22. Juni – wir begehen den 75. Jahrestag des Überfalls Deutschlands auf die Sowjetunion im Jahre 1941.
Das Land unserer Väter bezahlte einen hohen Blutzoll dafür:
14 Millionen sowjetische Zivilisten starben bis zum endgültigen Sieg in Berlin, wurden ermordet, verhungerten, wurden vergewaltigt, waren völkerrechtswidrig Ziele in Kriegshandlungen, durch Deportation, Zwangsarbeit, in Lagern, wurden als Juden in Konzentrationslagern umgebracht.
13 Millionen Soldaten starben im Kampf gegen die Aggressoren, davon zweieinhalb Millionen in deutscher Gefangenschaft.
Für uns Russenkinder hat dieser Tag natürlich eine weitere Bedeutung. So eigenartig es in diesem Zusammenhang klingen mag, aber letztendlich ermöglichte er unsere Existenz.
Bis Juni ist noch etwas Zeit, denken wir darüber nach, wie wir diesen Tag würdig begehen wollen. Macht Vorschläge dazu, wir werden sie aufgreifen.

Mit aufrichtiger Freude konnten wir im Februar sehen, dass unsere Initiative – 2016 – das Jahr der Suche nach dem Vater – breit angenommen wurde. Es haben sich eine Reihe von Russenkindern auf den Weg gemacht hat. Wir halfen mit Rat und Webseite.
Andere haben ihre Suche auf eigenen Wegen begonnen.
Wir haben im vergangenen Monat eine neue Höchstzahl an Lesern unserer Seiten, nämlich siebeneinhalb Tausend. Das ist außergewöhnlich, fast das Doppelte der normalen Zugriffszahlen.
Es gab überall Zuwächse vor allem bei den Seiten „Suche nach dem Vater“ und bei unseren „Suchmeldungen“. Es betrifft nicht nur unsere deutschen Seiten, sondern ebenfalls die der anderen Sprachen.
Unsere Leser kommen aus vielen Ländern von allen Kontinenten.
Von unserer Seite allen gutes Gelingen bei der Suche! Wir wissen, es ist viel Zeit vergangen, die Suche wird immer schwieriger. Wir sollten uns auch nichts vormachen, unsere Väter werden in den wenigsten Fällen noch leben. Aber wir haben Geschwister, Tanten, Onkel, deren weitere Familien zu gewinnen.
Wenn wir es jetzt nicht tun, wird dieser Teil unserer Familiengeschichten überhaupt nicht mehr aufgeklärt.

Also voran! Viel Erfolg!

Danken möchten wir selbstverständlich ebenfalls den Spendern, die unserem Aufruf gefolgt sind. Damit ist unsere Vereinsarbeit für dieses Jahr abgesichert. Natürlich gibt es Vorstellungen zu Projekten, die unser Thema zum Inhalt haben, aber mit unseren Mitteln sind die nicht realisierbar. Wir bleiben in unserem bescheidenen Rahmen, das ist es, was wir leisten können.

Die Webseite betreffend sieht es so aus, dass wir es wieder selbst machen müssen. Unser System, auf dem die Seiten basieren, ist veraltet, eine Umstellung auf eine neuere Version deshalb unabdingbar. Ist in Arbeit, wird in den nächsten Wochen passieren. Es wird kein radikaler Umbruch, wir denken, ein hoher Wiedererkennungswert ist für Leute unseren Alters günstiger.


Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe

2. kurze Information Februar 2016

 

Liebe Russenkinder und Freunde,

hier eine notwendige Information. Träfe es mich als Privatperson, würde ich den Umstand ignorieren. Aber es betrifft die Arbeit des Vereins und deshalb muß die Sache entschieden klargestellt werden.

Es geht um Folgendes. Ich wurde Samstagnacht mit einer gefälschten Mail konfrontiert. Ich hatte tatsächlich zum angeführten Zeitpunkt eine Mail geschrieben.

In dieser Samstagnacht, 13. - 14. 2. 2016, wurde ich auf diese Mail angesprochen, es wurden zwei kleine Absätze aufgeführt. Der erste war völlig aus der Luft gegriffen. Der zweite betraf die Antwort auf eine Frage, nur dass die Antwort des Adressaten als von mir dargestellt wurde.

Ich bat sofort um Zusendung dieser Mail, um der Sache auf den Grund gehen zu können. Eine Antwort erfolgte nicht, selbstverständlich bekam ich diese Mail ebenfalls nicht.

Wir sind daran interessiert, dass unsere Arbeit verbreitet wird, damit möglichst viele Menschen darüber informiert sind. Dafür gibt es zwei Gründe. 1. Es könnten weitere Russenkinder erreicht werden und 2. würde vielleicht sich jemand dazu entschließen, uns bei der Arbeit zu helfen.

So bitten wir Sie, wenn Sie eine weitergeleitete Mail erhalten, die unsere Arbeit betrifft, sehen Sie etwas genauer hin. Stimmt der Text mit unseren Intentionen überein und ist es unser Schreibstil. Wer gefälschte Mails weitergibt, kann selbst leicht in den Geruch der Unglaubwürdigkeit kommen. Vom Fälscher will ich erst gar nicht sprechen.

Im Zweifelsfalle kontaktieren Sie uns einfach.

 

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe

 

Information Februar 2016

 

Liebe Russenkinder und Freunde,

unsere Initiative zur Vatersuche wird angenommen. Natürlich freuen wir

uns darüber, waren doch gerade die Informationen zur Suche nach dem

Vater und die eigenen Schicksale von Anfang unserer Webseite an die

beiden Hauptziele unserer Arbeit. Unsere Zugriffszahlen stehen auf den Seiten zu lesen, jeder kann sie verfolgen.

Der Januar 2016 endete mit eine deutlichen Steigerung der Besuchszahlen

auf unserer Webseite. „Suche des Vaters“ auf + 230 %, unsere

Suchanfragen“ auf + 260%.

Ebenso stiegen die Besuche bei Russisch auf + 230 %, auf Englisch +

300 %, auf Polnisch + 310 %, auf Französisch + 430 % und schließlich

Hebräisch auf + 300 %.

Auch unsere „Einzelnen Schicksale“ erfuhren in Deutsch und Russisch

Steigerungen auf über 200 %. Es gab einen Sondereffekt, der diese Entwicklung mit beförderte.

Auf zwei Dinge möchten wir aufmerksam machen.

Erstens - ist es das Gedenken an unsere MÜTTER. In unserer

Vereinssatzung haben wir darauf hingewiesen, dass sie für uns alle

unsere Aufmerksamkeit und unsere Verehrung verdienen. Sie haben uns

geboren, in vielen Fällen unter schwierigen Bedingungen aufgezogen. Und

das in einer Umbruchszeit. Der Faschismus war untergegangen, seine

Ideologie geisterte noch lange in den Köpfen der Leute.

Die Väter verschwanden, was nicht deren Schuld war. Sie mußten in den

allermeisten Fällen gehen, konnten sich nicht um uns kümmern. Das wurde

erst später für jüngere Russenkinder möglich.

Unsere Mütter hatten die Fürsorge für uns, Bildung, kurz gesagt, unsere

Entwicklung zunächst allein zu tragen. Später heirateten sie oder blieben alleinstehende Erzieherinnen. Manche sind damit nicht fertig geworden, andere haben diese Aufgabe souverän gemeistert, ein sehr weites Spektrum, wie es eben nur das Leben selbst zeichnen kann.

Eine persönliche Anmerkung: Meine Mutter wurde Ende Januar 89 Jahre

alt. Einige Russenkinder, die davon wußten, baten mich, ihr Glückwünsche zu übermitteln. Sie schrieben und sprachen darüber, wie sie heute zurückblickend ihrer eigenen Mütter gedenken.

Und diese Gedanken an unsere Mütter kommen selbstverständlich immer

wieder bei all unseren Kontakten und Fragen zur Suche nach dem Vater. Es kann ja gar nicht anders sein.

Wir kreiseln uns eigentlich viel zu sehr um uns selbst. Unsere Mütter

verdienten es, in den Mittelpunkt gestellt zu werden.

Und zweitens – es ist wie immer, Vereinsarbeit kostet auch Geld. Es sind nur wenige, die diese Kosten tragen. Vielleicht kann der eine oder andere einmal darüber nachdenken, mit einer kleinen Spende zu unserer Arbeit beizutragen.

 

Bankverbindung - Kontoname: Russenkinder

VR-Bank Altenburger Land eG / Deutsche Skatbank

IBAN DE 2983 0654 0800 0485 0009 / BIC GENODEF1SLR

 

Noch eine Bemerkung: Unsere österreichischen Freunde sind dabei, sich neu zu ordnen. Sie werden eine Webseite speziell für Kriegskinder gestalten. Wir haben ihnen dazu gratuliert und viel Erfolg dafür gewünscht. Wir werden unsere Zusammenarbeit weiter ausbauen.

Glückauf – Christian Mader und Freunde!

Webseite - http://www.abgaengig-vermisst.at/

 

Herzlichen Gruß

Anatoly Rothe

 

 

Information Januar 2016

 

Liebe Russenkinder und Freunde,

das neue Jahr hat hoffentlich mit einem guten Start begonnen.

Wir hatten deklariert: „2016 - das Jahr der Vatersuche für Russenkinder“

Der Grund ist einfach, wir werden älter und die Suche wird immer

schwieriger. Nach der ersten Januarhälfte können wir feststellen, dass unsere Initiative wahrgenommen wird. Es melden sich vermehrt Russenkinder, die dazu ihre Fragen stellen. Auf unserer Webseite sehen wir

überdurchschnittlich viele Leser.

Etwas Statistik (Stand 16. 1. 2016) dazu. Während die deutschen Aufrufe um ca. 6 % wuchsen, sind es bei der Seite „Suche des Vaters“ 26 %, insgesamt wurde diese Seite, man kann es auf ihr verfolgen, über 3 500 Mal aufgerufen. Ebenfalls ist festzustellen, dass unsere Seiten in den Sprachen Englisch 31 %, Polnisch 18 %, Französisch 76 % und Hebräisch 26 % ebenfalls höhere Zuwächse verzeichnen. Bisher waren sie wenig beachtet, deshalb darf man diese Zahlen nicht überbewerten. Immerhin, sie werden verstärkt wahrgenommen. Was nicht herausgerechnet werden kann, aber auffällig ist, die Zunahme der Besucher aus Österreich und den skandinavischen Ländern. Gestern (15. 1. 2016) meldete sich eine Fernsehjournalistin bei uns. Sie möchte einen Beitrag über Russenkinder gestalten und bat, Russenkinder benannt zu bekommen, die über die russischen Archive oder auf einem anderen Weg ihre Väter bzw. deren Familien gefunden haben und mit ihnen in Kontakt stehen. Was den Normalfall bei erfolgreicher Suche darstellt. Dabei möchte sie die Archive in Moskau und Podolsk besuchen. Wie es im Leben so ist, das Projekt steht am Anfang, wir möchten ihr unsere Unterstützung geben und ihr helfen. Wer Interesse daran hat mitzumachen, melde sich einfach. Sie bat weiter darum, für diese Besuche etwas Substanz in die Hand zu bekommen. Deshalb die Frage an die Russenkinder, die ihre Suchbemühungen haben etwas schleifen lassen, ob sie sich nicht dazu durchringen können, das Material dafür fertigzustellen. Ob es etwas nützt, können wir von hier aus nicht beurteilen, aber der Mühe für einen Versuch ist es wert. Denkt bitte einmal darüber nach.

 

Herzlichen Gruß

 

Anatoly Rothe

 

Information Dezember 2015

 

2016 – wird das „Jahr der Vatersuche für die Russenkinder“

 

Liebe Russenkinder und Freunde,

ein Jahr geht zu Ende - 2015, Zeit zur Besinnung, Zeit, das Erreichte zu würdigen, über das Nichterreichte nachzudenken und die Ziele für das neue Jahr ins Auge zu fassen.

Im September hatten wir unsere Jahresversammlung. Es wurde Rechenschaft über unsere Arbeit gelegt. Vervollständigt bis heute bedeutet das über 120 Anfragen zur Suche des Vaters in diesem Jahr. Jeden Monat über 4 -, 5-, 6 000 Zugriffe auf unsere Webseite. Insgesamt werden es bis zum Jahresende wohl 55 000.

Wir haben die Webseite weiter ausgefüllt, einige Fakten hinzugefügt:

- Die Suche nach dem Vater qualifizierter beschrieben

- Die Öffnung der russischen Archive mindestens seit dem 1. Halbjahr 1993 nachgewiesen

- die Frage „Russenkinder – ein Tabu“ für Deutschland erörtert

- Suchanfragen veröffentlicht

- Unterstützer veröffentlicht, wobei es noch mehr gibt

- Termine genannt und schließlich noch

- Literatur hinzugefügt.

Die Suche nach dem Vater – das Recht eines jeden Kriegskindes. Dazu gibt es mit allen, die sich in diesem Metier betätigen, Übereinstimmung.

Es gab öffentliche Angriffe, dass Russland diesem Recht nicht nachgekommen sei – eine Lüge. Das Land erfüllt seit über 20 Jahren zuverlässig diese humane Pflicht.

Unserer Aufgabe, Aufklärung über Russenkinder zu geben und ihnen bei der Suche nach dem Vater behilflich zu sein, sind wir nachgekommen. Und unsere Arbeit erfolgt geräuschlos. Die Öffentlichkeit nimmt kaum Notiz davon. Das hat zwei Aspekte, einerseits nutzt es bei der Arbeit, andererseits werden Russenkinder, die unsere Möglichkeiten nicht kennen, nicht darauf hingewiesen. Ein Schaden.

Wir werden unsere Arbeit im neuen Jahr fortsetzen, sie wird gebraucht, erfüllt ein wichtiges Anliegen. Wir werden sie qualifizieren. Wir werden weitere Partner suchen und finden, die uns helfen.

Denken wir daran, wir sind inzwischen alt geworden, unsere Kräfte lassen nach. Deshalb der Aufruf an diejenigen, die sich noch nicht entschlossen haben, den Vater zu suchen. Überlegt es Euch noch einmal!

So viel Zeit haben wir alle nicht mehr. Jüngeren Russenkindern sagen wir das Gleiche – die Zeit vergeht, die Schwierigkeiten bei der Suche nehmen zu.

Auch diejenigen, die schon mit der Suche begonnen haben und sich Zeit damit lassen – nehmt die Suche wieder auf, forciert sie!

Und hier noch einmal ausdrücklich: Es gibt unter den Russenkindern nicht nur Einigkeit. Wir bieten jedem, wirklich jedem unsere Hilfe an. Wenn gewünscht vertraulich, ebenso wenn gewünscht offen. Da spielen persönliche oder ideologische Differenzen keine Rolle. Jeder hat ein Recht auf unsere Unterstützung. Neben der Suche nach dem Vater hat alles Andere zu schweigen. Vertraulichkeit praktizieren wir, wissend, dass sie Voraussetzung für unsere Arbeit ist.

Es gibt die, die zur Zeit aktiv ihre Suche betreiben. Denen wünschen wir natürlich viel Glück und Erfolg! Mögen sie im neuen Jahr ihre bisher unbekannte Familie in ihre Arme schließen können.

Aus diesen Überlegungen heraus stellen wir 2016 unter das Motto:

2016 - das Jahr der Vatersuche für Russenkinder“

Wer Lust hat, berichtet uns und sein Beitrag wird, so er es denn möchte, auf der Webseite veröffentlicht.

Tragen wir alle dazu bei, dass es möglichst viele Russenkinder schaffen, sich auf den Weg zu machen. Es sind unsere Väter, sie sollen nicht vergessen werden. Sie gehören zu uns und unserem Leben. Ebenso natürlich zu dem unserer Kinder und Enkel.

Wir, die wir unsere Väter respektive Familien gefunden haben, haben dieses Glück erlebt.

Also vorwärts! Вперёт!

Wir sind zwar ein deutscher Verein. Aus verschiedenen Reaktionen wissen wir, dass sich österreichische Russenkinder, ebenso Leser aus anderen Ländern unsere Webseite ansehen. Ihnen bieten wir natürlich unsere Hilfe an. Wir sind für alle Russenkinder, egal in welchem Land, da.

Zum Schluß noch eine Bemerkung für die Zukunft. Wir Russenkinder des 2. Weltkrieges werden älter und weniger. Wenn wir zur Versachlichung dieses Themas beitragen wollen, dann jetzt. Später sind wir nicht mehr dazu in der Lage und noch später sind wir nicht mehr da.

Es geht darum, dass das Bild der Russenkinder in sachlicher und ausgewogener Form dargestellt wird. Einseitige Sichten wie sie jetzt ausschließlich als Opfer in der Öffentlichkeit und teilweise in den Wissenschaften gebracht werden, verzerren die Darstellung unseres Lebens.

Deshalb sind Menschen gefragt, die frei von Vorurteilen und im Konsens mit uns unsere Geschichten aufschreiben, unsere Lebensumstände erforschen und für spätere Generationen aufarbeiten.

Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten.

Allen ein besinnliches Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!

 

Anatoly Rothe

 

Information November 2015

 

Liebe Russenkinder und Freunde,

etwas verspätet, aber doch der Vollständigkeit halber, etwas Neues. Im Oktober wurde unsere Webseite wiederum über 5 500 Mal angeklickt.

Doch nunmehr zeigt sich, dass durch die geringere mediale Präsenz der Russenkinder auch die Klickzahlen auf ein normales Maß zurückgehen werden. Warten wir es ab.

Dafür gibt es neue Meldungen bei uns. Und wie immer betont, werden wir unsere Erfahrungen und Hilfen zur Verfügung stellen.

Wir haben eine Reihe von Suchaktionen zu laufen. Sie sind zählebig, kommen schwer voran. Nun – es liegt wohl daran, dass schon sehr viel Zeit vergangen ist.

Und noch etwas scheint zu wirken, eine gewisse Lähmung. Ist ja zu verstehen, man hat sich nach so vielen Jahren entschlossen, die Suche aufzunehmen, möchte selbstverständlich den Vater respektive seine Familie finden, aber diese Tätigkeiten dafür gehen einem schwer von der Hand. Da hilft nur eins - Entschluß und Handeln. Diese Schreibarbeiten sind nötig, bei Inangriffnahme stellt man dann fest, dass es doch nicht so schwierig gewesen ist.

Lassen wir uns nicht davon abhalten weiterzumachen. Wenn es Ergebnisse gibt, wiegen diese alles auf.

Hier wird an einer Neuausrichtung der Webseite gearbeitet. Ebenso werden Überlegungen zur weiteren Arbeit des Vereins angestellt.

Wir bitten um Vorschläge!

 

Herzliche Grüße

 

Anatoly Rothe

 

2. Information Oktober 2015

Liebe Russenkinder und Freunde,

auf unseren Bericht über die Mitgliederversammlung 2015 des Vereins gab es eine Vielzahl von Meldungen bei uns. Wir haben Glückwünsche für unsere Arbeit bekommen, für das bisher Aufgebaute, für unsere Initiativen.

Gleichzeitig wurde uns Erfolg für die weitere Arbeit gewünscht, wir sollen nicht nachlassen und unbedingt in der eingeschlagenen Richtung weitermachen.

Wir sind dankbar für Eure Reaktionen! Wir machen mit Eurer Unterstützung weiter.

Das gibt uns gleichzeitig die Möglichkeit, auf unser dringendstes Anliegen noch einmal einzugehen. Wir feierten den 70. Jahrestag des Endes des II. Weltkriegs. Für uns bedeutet das, dass wir, die Ältesten der Russenkinder auf die 70 zugehen. Wir werden alt, uns ergreifen zunehmend Krankheiten, das Nachlassen der Kräfte macht sich bemerkbar, eine immer eingeschränktere Aufnahmefähigkeit und uns verlassen die Antriebskräfte.

Das ist der normale Lebenslauf. Bei dem einen macht es sich später bemerkbar, Andere sind schon mehr betroffen. Ein Fenster hat begonnen sich zu schließen.

Deshalb der dringende Appell – gehen wir in die Öffentlichkeit und ermuntern wir unsere Russenschwestern und -brüder, sich dem Thema noch einmal zu widmen. Und wer es noch nicht getan hat, auf Vatersuche zu gehen. Ebenfalls haben wir gesehen, dass Suchen begonnen wurden, aus irgendeinem Grund die Sache aber stecken geblieben ist.

Nehmt den Faden wieder auf! Sammelt, was Ihr habt und setzt die Suche fort! Wir sind bereit, allen dabei zu helfen.

Wenn Ihr es jetzt nicht tut, in ein paar Jahren werdet Ihr vielleicht nicht mehr dazu in der Lage sein! Lest die Webseite, beginnt mit den ersten Schritten!

 

In diesem Sinne herzlich Grüße

 

Anatoly Rothe

 

Information Oktober 2015

 

Liebe Russenkinder und Freunde!

Der Russsenkinder e.V. führte am vergangenen Sonnabend seine Jahresversammlung im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst durch. Der Veranstaltungsort, für den, der noch nicht im Museum war, kurz vorgestellt: Am 8. Mai 1945 kapitulierte das Deutsche Reich in diesem Haus. Näheres http://www.museum-karlshorst.de/

Der Vorsitzende gab seinen Rechenschaftsbericht. Hier kurz die wichtigen Punkte:

Die Vereinsgründung fand am 29. 11. 2014 in Berlin statt. Die Notwendigkeit ergab sich aus einer unklaren Darstellung und Entwicklung der Russenkinderproblematik in der deutschen Öffentlichkeit. Und das Wichtigste, wie findet ein Russenkind den Weg zum Vater oder seiner Familie, das gab es nicht systematisch in der Öffentlichkeit.

Er berichtete weiter über den erfolgreichen Ausbau der Webseite, sechs Sprachen, unter besonderer Initiative von Jürgen Schubert und Thomas Hagen in Aachen organisiert, ebenso die Gestaltung der Suche durch eine Art Steckbrief.

Die hebräische Version wurde durch Vermittlung unseres Vorstandsmitglieds Elfrun Josiger geschaffen.

Seit Jahresanfang sind ungefähr 90 bis 100 Anfragen gekommen. Sie betrafen hauptsächlich die Suche nach dem Vater. Nach Verweis auf unsere Seiten meldeten sich einige wiederum, um Hilfe bei der Gestaltung der Anfragen an die russischen Archive zu bekommen.

Zum 8. Mai 2015 baten Journalisten um Vermittlung von Russenkindern zu Interviews. Denen haben wir selbstverständlich ebenfalls geholfen. Wobei wir Wert darauf gelegt haben, dass die in Frage Kommenden selbst entscheiden konnten, ob sie sich melden oder nicht. Insgesamt ist festzustellen, dass die Journalisten einfühlsam mit unserem Thema umgegangen sind.

Den 70. Jahrestag feierten Berliner Russenkinder in drei Veranstaltungen. Da war der Museumstag im Museum in Karlshorst am 8. Mai. Am 9. Mai das große Treffen am Ehrenmal in Berlin-Treptow. Und schließlich gab es ein Konzert mit Waleri A. Gergijew im Konzerthaus. Ein großartiges Erlebnis.

Das Treffen der Leipziger Russenkinder im März 2015 spielte ebenfalls eine Rolle. Es gab es zwei Punkte, einmal die Unterdrückung freier Meinungsäußerungen durch die Studienleitung und einiger Protagonisten und die Nichtbeantwortung der Frage nach einer Vergleichszahl, nachgefragt weil ungewöhnlich niedrig. Eigentlich eine Lappalie, aber seit einem halben Jahr ohne Antwort darauf.

Ebenfalls Leipzig: Die Studienleiterin Glaesmer hatte in Juni 2015 bei einer Veranstaltung der VW-Stiftung erklärt, dass nur amerikanischen Archive für die Vatersuche geöffnet worden sind, die englischen, französischen und russischen nicht. Das wurde zurückgewiesen, weil unwahr.

Ein weiterer Punkt waren die Zugriffszahlen auf die Webseite. Sie betrugen insgesamt über 55 000 Zugriffe bisher, im August durch außergewöhnliche Umstände über 6 500, jetzt im September wiederum über 5 100.

Was die Hilfen für die Suchen anbelangt, geben wir folgende Aussage:

Was die Suchen anbelangt, so erfolgen unsere Hilfen offen über die Webseite oder diskret, wenn es gewünscht wird. Und wir helfen jedem! Wirklich jedem! Wer anfragt, bekommt unsere Hilfe. Ganz egal wer es ist. Erzählt das weiter! Wir betrachten die Suche nach dem Vater als Menschenrecht.“

Betont sei das deshalb, weil sich gelegentlich Russenkinder melden, die, umschreiben wir es einmal vorsichtig, nicht unserer Meinung sind.

Was unsere direkte Arbeit anbelangt, helfen wir zur Zeit bei Suchen in Russland, insbesondere auf dem Kaliningrader Gebiet, der Ukraine, und in Israel.

Unsere Erfahrungen bei den Suchen:

1. Wir sind alte Leute. Bei den Alten unserer Generation hat sich das Bild der Russenkinder erhalten. Eine Folge der Naziideologie. Die Träger dieses Gedankengutes sterben langsam aus. Die Entwicklungen der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung werden nicht mehr rezipiert. Jüngere Menschen gehen völlig ungezwungen damit um. Sie verstehen sofort, dass es sich um eine humanistische Angelegenheit handelt und man kann mit ihnen ungezwungen und offen sprechen.

2. Russenkinder, die begonnen haben, ihren Vater zu suchen, erfahren ein neues Lebensgefühl. Wir sagen ihnen, dass ihre Väter ihr Vaterland mit der Waffe in der Hand verteidigt, viel Entbehrungen auf sich genommen, ihr Leben eingesetzt haben, um die Welt, Europa und Deutschland von einem unmenschlichen Regime zu befreien.

Es erwachsen Hoffnungen, man überwindet eine gewisse Stagnation, das Selbstbewußtsein wächst. Deshalb ist die Vatersuche so wichtig.

3. Es interessieren sich wenige um Kriegskinder des 2. Weltkrieges. Es sind Betroffene selbst, einige Wissenschaftler. Bei den beteiligten Disziplinen gibt es große Erkenntnisunterschiede. Deshalb sind Reflexionen über uns, das Austauschen mit nicht Betroffenen augenscheinlich von großer Bedeutung. Deshalb noch einmal an unsere Freunde Dank dafür!

Hier wird der Spruch eines Geschichtswissenschaftlers deutlich, der mir einmal sagte: „Das Schlimmste, was einem Historiker passieren kann, sind Zeitzeugen!“

4. Die Sucharbeit gestaltet sich immer schwieriger. Es ist nunmehr eine sehr lange Zeit vergangen, die Geschehnisse verblassen und die Zeugen dafür werden immer weniger. Die Auskünfte der Archive sind alt. Die eigentliche Suche muß danach in den entsprechenden Regionen organisiert werden.

Zur Mitgliederentwicklung:

9 waren bei der Gründung dabei.

Aktuell: 36 Mitglieder

Es melden sich ab und zu Russenkinder, jetzt auch Jüngere.

Resümee

Insgesamt können wir also einschätzen, dass wir eine erfolgreiche Arbeit geleistet haben. Wir wollen uns aber nicht darauf ausruhen, selbstzufrieden werden, sondern unseren Weg fortsetzen. Es gibt noch genügend zu tun.

Der bisherige Vorstand wurde einstimmig entlastet und mit Dank von der Mitgliederversammlung verabschiedet.

Es wurden zwei Satzungsänderungen durch die Mitgliederversammlung vorgenommen.

Wiedergewählt wurden der Vorsitzende Anatoly Rothe in dieser Funktion, ebenso Frau Dr. Ingrid Thomas als Vorstandsmitglied.

Zur künftigen Arbeit gab es einen kurzen Ausblick. Hervorgehoben wurde von anderen Interessierten, dass wir insgesamt die Thematik Russenkinder gut darstellen.

Die psychologische Seite ist bisher nicht entsprechend unserer Vorstellungen präsent. Es werden dafür kompetente Partner gesucht. Wir wollen unser Thema umfassend behandeln und darüber aufklären.

Die Webseite bedarf der Überarbeitung.

Der alte - neue Vorstand bietet die Gewähr für die Fortsetzung unserer Arbeit.

Zwei Einfügungen auf der Webseite:

Es wurde immer wieder die Frage gestellt – Ich weiß den Namen nicht genau, wie er russisch geschrieben wird schon gar nicht etc. Deshalb haben wir ein Beispiel unter „Suche des Vaters“ veröffentlicht. Es ist das Schreiben, welches die deutsche Botschaft im November 1996 an das Militärarchiv in Podolsk richtete mit der Bitte, einen Armeeangehörigen zu ermitteln. Und man kann erkennen, dass das Archiv von sich aus schon durch Hinzufügung von Buchstabenvarianten bemüht ist, die richtige Person herauszufinden. Wir haben es zur weiteren Ermunterung zur Aufnahme der Suche für noch Unentschlossene eingestellt.

Da bisher offensichtlich große Unsicherheit darüber herrschte, ob oder seit wann die russischen Archive Auskünfte zu den Vätern geben, steht nunmehr unter „Splitter“ ein weiteres Schreiben. Ich habe es 1996 im russischen Konsulat in Berlin erhalten, als ich darum bat, meinen Vater zu suchen. Aus ihm geht hervor, dass die Archive seit mindestens dem ersten Halbjahr 1993, also seit mehr als 22 Jahren, diese Auskünfte geben.

Betrachtet man dabei noch, dass diese Auskünfte, so es die Angaben ermöglichen, seither zuverlässig gegeben werden, ist es eigentlich an der Zeit, dass die Russenkinder, die über diesen Weg zu Angaben über ihre Väter gekommen sind, also ein großes menschliches Glück erfahren haben, dem russischen Verteidigungsministerium auch öffentlich ihre Dankbarkeit ausdrücken.

Ich weiß, es wird sofort wieder Reaktionen darauf geben. Trotzdem, hier erfüllt Russland in großartiger Weise seine humanistische Pflicht. Und das ist festzuhalten.

 

Herzliche Grüße

 

Anatoly Rothe

 

Information Anfang September 2015

 

Liebe Russenkinder, liebe Freunde,

die Urlaubszeit ist zu Ende gegangen. Als erstes für unseren Verein und seine Mitglieder wichtig:

Es wird an die Einladung zu Mitgliederversammlung am 26. 9. 2015 10 Uhr

erinnert. Als Versammlungsort konnten wir das

Deutsch-Russische Museum in Berlin-Karlshorst Zwieseler Str. 4, 10318 Berlin, Deutschland

gewinnen. Für uns Russenkinder ein denkwürdiger Ort.

Der Termin auf der Webseite wurde entsprechend korrigiert.

Selbstverständlich sind unsere Freunde, Helfer und Sympathisanten

ebenfalls eingeladen!

Mitglieder, die voraussichtlich nicht kommen werden, werden gebeten, ein paar Zeilen zu unserer Arbeit, zu ihren Wünschen, Verbesserungen, aber ebenso kritische Bemerkungen uns zu schreiben, die dann in der Versammlung vorgetragen werden. Wir möchten eine möglichst breite Meinungsäußerung bekommen.

Für uns kamen im August zwei wichtige, uns betreffende Sachen zusammen.

Als Erstes ist zu nennen, dass unsere Webseite im August einen neuen Höchststand erreicht hat – über 6 500 Klicks.

Ich saß in Kysylorda und traute meinen Augen nicht. Es stellte sich heraus, dass die Zeitung „Die Welt“ einen Artikel von Frau Dr. Ebba Hagenberg-Miliu mit einem direkten Link auf unsere Seite veröffentlicht hatte. Es trafen Anfragen ein, eine wurde sogleich in eine Suchanfrage gestaltet und veröffentlicht.

Wenn wir helfen können, selbstverständlich auch sofort, selbst wenn es aus der kasachischen Steppe erfolgt.

Aber leider gab es auch ein nicht so erfreuliches Ereignis. Im Zusammenhang mit diesem Artikel haben wir festgestellt, dass bei einer Veranstaltung der VW-Stiftung im Juni, den Termin hatten und haben wir weiter auf der Webseite, eine ungeheuerliche Aussage, eine Lüge, von den Akteuren wider besseren Wissens in Umlauf gesetzt wurde.

( http://www.welt.de/geschichte/zweiter-eltkrieg/article141995358/Allii

erte-Soldaten-zeugten-mehr-als-200-000-Kinder.html )

Zitat daraus:

Nach Jahrzehnten des Schweigens wollen viele Besatzungskinder ihre unbekannten Väter beziehungsweise deren Familien finden. Die besten Chancen haben dabei Töchter und Söhne von US-Amerikanern. Sie bekommen Unterstützung von der Organisation GI Trace. Im Gegensatz zu den USA (Link: http://www.welt.de/themen/usa-reisen/) hätten die Franzosen, Briten und Russen ihre Militärarchive nicht geöffnet, sagt die Leiterin der Leipziger Studie, Heide Glaesmer.“

Das ist so nicht hinzunehmen. Eine Psychologin, die auf diesem Gebiet forscht, dabei zu dem Schluß kam, Kriegkinder hätten eine höhere Anfälligkeit gegenüber psychischen Krankheiten, nimmt mit einer derartigen wahrheitswidrigen Aussage Russenkindern auch noch die letzte Hoffnung. Außerdem befanden sich auf der Veranstaltung noch mehr Leute, die einigen von uns gut bekannt sind und es ebenfalls besser wissen. Lesen Sie einfach den Artikel.

Daraufhin schrieb ich der Rektorin der Leipziger Universität eine lange Mail zum Thema, welche sie bis heute nicht beantwortet hat. Selbstverständlich habe ich meine weiteren Fragen bezüglich der Studie, also zur Zahlenangabe „Depression“, kann man auf der Webseite unter „Splitter“ etwas weiter unten nachlesen, ebenso die Frage der rigorosen Unterdrückung von Meinungen gestellt. Ich hatte es eigentlich im April dabei belassen wollen, aber in diesem Falle war Handeln für die Interessen der Russenkinder erforderlich.

Des weiteren informierte ich die VW-Stiftung zu diesem Vorgang. Schließlich bat ich die Redaktion der „Welt“, sich einmal sachkundig zu machen und der Leserschaft in irgendeiner Form zu vermitteln, dass Russenkinder seit Anfang der 90-er Jahre sich in Moskau nach ihren Vätern erkundigen können und wenn die Angaben ausreichend sind, sie auch die Informationen über sie erhalten. Ich hatte das beispielsweise 1996 unternommen.

Da geht es noch nicht einmal um uns, den Verein, sondern darum, dass diese Möglichkeit für alle Russenkinder öffentlich gemacht wird. Wie die an dieser Veranstaltung Teilnehmenden selbstverständlich ebenfalls wissen, gibt unser Verein Hilfen und Unterstützung für diese Suchvorgänge.

Viele, viele haben das also schon in den neunziger Jahren getan. Die Teilnehmer in Leipzig, erst 2014 zusammengekommen, sie sind sozusagen Spätentwickler, Nachzügler, wissen das.

Es gäbe noch viel dazu zu schreiben z. B. Wenn eine Teilnehmerin in Leipzig, die, nachdem mir beim Vortrag über die Webseite der Mund verboten wurde, der dann alle Aussagen dazu erlaubt worden sind, die die Webseite also kennt, meint „Mich bewegt, was mit meinem Vater passiert ist.“ Warum sucht sie ihn nicht? Warum fragt sie uns nicht? Warum bittet sie uns nicht um Hilfe? Wenn sie es denn nicht allein auf die Wege bringen kann. Aber egal, darum geht es wohl nach etwas genauerem Durchdenken nicht.

Damit ist ebenfalls klar geworden, warum wir, der „Russenkinder e.V“. nicht zu solchen Veranstaltungen eingeladen und ausgegrenzt werden, ja im Grunde genommen diskriminiert werden, zum Beispiel am 8. Mai in Köln, jetzt bei der VW-Stiftung.

Solche Aussagen wären nicht unwidersprochen geblieben.

Über den Fortgang wird selbstverständlich weiter informiert. Wer die oben erwähnten Mails lesen möchte, schreibe einfach.

Zum Schluß noch eine Liebeserklärung

Der Rückflug aus Kasachstan Anfang September erfolgte von Almaty nach Stankt Petersburg und weiter nach Berlin mit der Aeroflot. Wir starten mit einer halben Stunde Verspätung, die Umstiegszeit war knapp bemessen. Ich fragte eine der Stewardessen, ob ich meinen Anschluß noch bekommen werde. Sie nahm mein Ticket, ging zum Kapitän. Nach einer Weile kehrte sie zurück und sagte, dass diese Maschine auf mich warten wird. Da erzählte ich ihr von meinem ersten Flug nach Almaty. Wie ich in Moskau ohne gültiges Visum strandete, eine Grenzbeamte und russische Stewardessen mir in großartiger Weise halfen und ich mein Ziel ohne Schwierigkeiten pünktlich erreichte. Sie strahlte mich an. Und als ich Berlin landete, war sogar mein Koffer mitgekommen.

Ein Hoch auf die russischen Stewardessen!

 

Herzlich Grüße

vielleicht können wir Sie zu unserer Jahresversammlung begrüßen

 

Anatoly Rothe

 

 

Berlin, den 13. 7. 2015

 

Liebe Russenkinder und Freunde,

der vergangene Juni 2015 brachte uns einen neuen Höchststand an Aufrufen unserer Webseite – mit über 5.200.

Wir freuen uns darüber, denken wir doch, dass unsere Informationen gesucht und gebraucht werden.

Am besten wäre es natürlich, das können wir aber nicht beurteilen, es schlüge sich in weiteren Anträgen zur Vatersuche in Russland nieder. Das war von Anfang an unser Anliegen, diese Anträge zu ermöglichen. Sie brauchen einfach nur die Informationen zu lesen und umzusetzen. Sie sind nunmehr seit etwas mehr als einem Jahr bei uns zu finden. Zunächst nur in Deutsch, mittlerweile ebenso in den anderen fünf Sprachen, die wir inzwischen eingeführt haben - Russisch, Polnisch, Englisch, Französisch und Hebräisch.

Eine Entwicklung, die uns auffordert weiterzumachen.

Unsere weiteren Aktivitäten in den letzten Monaten sind durch zwei Themen bestimmt worden – der 70. Jahrestag des Kriegsendes und die Bitten einer Reihe von Journalisten nach Gesprächs- und Interviewpartner. Wir haben diese Bitten immer weitergeleitet und konnten sie erfüllen helfen.

Daneben laufen natürlich die Hilfen bei der Vatersuche weiter. Wer bereit ist, einmal seine persönlichen Erfahrungen dabei anderen mitzuteilen, melde sich einfach. Wir können das auf unsere Webseite stellen. Wir würden das begrüßen. Dadurch können die Russenkinder, die sich dazu bisher nicht entschließen konnten, sich einmal ein Bild davon machen, welche Gefühle es mit sich bringen kann, wenn ein solcher Vorgang ausgelöst wurde. Wer sich dazu entschließen kann, bekommt von uns Hilfe. Wir haben inzwischen Erfahrungen gesammelt.

Am einfachsten ist es noch, die Koordinaten, die man vom Vater hat, aufzuschreiben und an die Archive zu senden. Mit einer positiven Antwort beginnt es spannend zu werden.

Das einmal als Anregung.

Wir waren Zeuge eines Versuchs, nämlich die Vatersuche über Gendatenbanken. Es hat sich herausgestellt, dass sich dieser Weg als kaum zu realisieren herausstellte – teuer und ineffektiv.

In Fällen wie unseren, also Suche, funktioniert das nicht. Einsetzbar ist er, wenn man eine Person gefunden hat, von der man ausgehen könnte, dass es der Vater sei. Da besteht die Möglichkeit festzustellen, ob er es ist oder nicht. Wir haben diese Variante von der Webseite gelöscht.

Für den 26. 9. 2015 wird die Jahresmitgliederversammlung nach Berlin einberufen. Die Einladung wird beigefügt.

Unsere Mitglieder werden hoffentlich zahlreich erscheinen. Freunde und Interessierte sind ebenfalls selbstverständlich dazu eingeladen. Wir betreiben ein erfolgreiche Arbeit und möchten uns bei unseren Sympathisanten und Helfern bedanken.

Die Urlaubssaison hat begonnen. Allen eine erholsame Zeit!

 

Herzliche Grüße

 

Anatoly Rothe

 

Berlin, den 13. Juni 2015

 

Liebe Russenkinder, liebe Freunde,

denkwürdige Wochen liegen hinter uns. Der 70. Jahrestag des Kriegsendes wurde in aller Welt begangen. Auch für uns Russenkinder war das ein Anlaß, darüber nachzudenken.

Die Berliner Russenkinder, ihre Freunde und Sympathisanten haben sich dreimal getroffen. Zuerst 8. Mai am Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst. Dort fand den ganzen Tag über ein Fest statt. Am Ende sprachen der russische, der weißrussische und der französische Botschafter gemeinsam mit der deutschen Staatsministerin Grütters einen Toast aus. Danach gab es ein großes Feuerwerk.

Am 9. Mai trafen sich wiederum einige am Ehrenmahl in Berlin-Treptow. Sehr viele Menschen, viele Russischsprachler, gedachten der Opfer, die die Völker der Sowjetunion für die Befreiung brachten.

Es starben 14 Millionen Zivilisten, ermordet, verhungert, in Zwangsarbeit nach Deutschland gebracht. Und es fielen 13 Millionen Soldaten zum Opfer, gefallen, in Gefangenschaft ermordet, verhungert, an Seuchen und Krankheiten gestorben.

Unter Berücksichtigung aller Umstände sollten wir Russenkinder immer daran denken, dass das unsere Großväter, Onkel und Tanten, Neffen und Nichten und die weitere Verwandtschaft gewesen waren.

Und schließlich trafen wir uns am 8. Juni im Berliner Konzerthaus, um ein Konzert zum 70. Jahrestag zu hören.

Dieses Datum, der Tag der Kapitulation, wird nicht von allen Russenkindern als Befreiung akzeptiert. Das ist zu verstehen, das eigene Schicksal hat das Leben beeinflußt, daraus erwachsen die eigenen Empfindungen.

Wir hier wollen unsere Schicksale in den großen geschichtlichen Zusammenhang stellen. Es ist in diesen Tagen mehrfach interpretiert worden.

Festhalten kann man, dass die Sowjetunion von den Deutschen mit einem Rassenvernichtungskrieg überzogen wurde.

Die faschistische Führung hatte ja von Anfang an aus ihrer Menschenverachtung kein Hehl gemacht. Verfolgung und Ermordung Andersdenkender, rassischer Wahn, dem 6 Millionen Juden zum Opfer fielen, psychisch Kranke, Sinti und Roma, nur um die schlimmsten Beispiele zu nennen.

Ebenso zeigte die deutsche Führung zum Ende des Krieges mehr und mehr ihr menschenverachtendes Gesicht gegenüber der eigenen Zivilbevölkerung.

Sie wurde mit Durchhalteparolen, Einbeziehung in die Kriegshandlungen, Kindersoldaten, Verhinderung rechtzeitiger Evakuierung und weiteres mehr sinnlos geopfert. Selbst in den letzten Kriegstagen ließ die militärische Führung im Kampf um Berlin die unterirdischen Bahntunnel, in denen die Zivilbevölkerung vor den Kampfhandlungen Schutz suchte, sprengen und mit Spreewasser fluten.

Und von einem solchen System wurden nun auch die Deutschen befreit. Die Berliner Zeitung zeigte drei Fotos mit Veteranen der Roten, der amerikanischen und britischen Armeen auf ihrer Titelseite undüberschrieb sie: „Ihr seid Helden!“

In diesen Wochen gab es Kontakte mit Journalisten, denen wir Interview- und Gesprächspartner vermittelten. So entstanden Artikel in der Presse und ein Fernsehauftritt. Die Journalisten gingen sehr behutsam mit diesem Thema um.

Unsere Webseite hatte im Monat Mai die bisher größte Anzahl von Klicks, nämlich über 4.400. Unsere Seiten werden also offensichtlich gebraucht. Das schlägt sich in den zunehmenden Aktivitäten und Hilfen bei der Suche nach dem Vater nieder.

Uns ist eine Reihe solcher Suchen bekannt geworden, wir tun alles in unseren bescheidenen Möglichkeiten Stehende, um zu helfen.

Und selbstverständlich hoffen wir inständig, dass die Akteure Erfolg haben mögen.

Ebenso soll einmal festgehalten werden, dass die russischen Behörden und Archive wie seit Anfang der 90-er Jahre zuverlässig Auskunft geben.

Vielleicht kann der eine oder andere Leser dieser Zeilen einmal darüber nachdenken, ob und wie er uns hilft.

Im Monat Juni gibt es noch einmal einen denkwürdigen Tag für uns. Es war der 22. Juni 1941, als die deutsche Wehrmacht in die Sowjetunion einfiel. Der Beginn dieses Krieges, in tragischer Weise auch mit unserem Leben verbunden.

Es bleiben zwei Überlegungen.

1. Es wird Sommer, die warme Jahreszeit. Nutzen wir sie zu Erholung und Sport.

2. Am 1. September ist Antikriegstag. Bekanntlich überfielen die Deutschen an diesem Tage im Jahre 1939 Polen und lösten den 2. Weltkrieg aus.

Was können wir tun, diesen Tag mitzugestalten?

 

Herzliche Grüße

 

Anatoly Rothe