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Rechtliches und Staatliches

 

Versuchen wir einmal, das Problem der Suche nach dem Vater von der rechtlichen Seite zu betrachten.

 Fassen wir kurz zusammen:

 Sowjetische Armeeangehörige haben nach dem Sieg über Nazideutschland mit deutschen, österreichischen und dänischen Frauen unter verschiedenen Umständen Kinder gezeugt. Dänisch, weil die Insel Bornholm nicht kapitulierte und von der Roten Armee für fast ein Jahr besetzt wurde.

Nach Bekanntwerden der Schwangerschaften wurden die Väter gewöhnlich versetzt und verschwanden.

Auskünfte über den Verbleib wurden verweigert, manchmal bei weiteren Nachfragen mit Repressalien gedroht.

 In Ostdeutschland kam es später zu Erleichterungen, die Mütter hatten gewöhnlich die Namen und Adressen der Väter, es konnten Ehen geschlossen werden.

Die Sowjetunion gab bis zu ihrem Ende keine Auskünfte bei Anfragen.

 

Ab 1993 konnten interessierte Russenkinder ihre Anfragen nach ihren Vätern an das Archiv des russischen Verteidigungsministerium in der Stadt Podolsk bei Moskau richten. Ebenso wurde es möglich, Anfragen an das RGVA-Archiv in Moskau zu richten.

Voraussetzung war der Name des Vaters. Bis zum Jahr 2015 wurden diese Anfragen beantwortet.

 Plötzlich gab es ab 2016 keine Auskünfte mehr.

 Ab da galt:

„… gemäß Artikel 7 und 19 des Föderalgesetzes Nr. 152-F3 vom 27. Juli 2006 „Über Personaldaten“ Informationen an dritte Personen ohne Beibringung notarieller beglaubigter Vollmacht von ihnen oder naher Verwandter eine Einsichtnahme in die Personalinformationen in die Archivdokumente nicht gewährt werden kann.“

 Die Nachfrage in Podolsk vom Oktober 2016 ergab die Antwort, dass

 „Wir teilen Ihnen mit, dass eine positive Entscheidung hinsichtlich der Bereitstellung der von Ihnen benötigten Unterlagen nicht möglich ist, da sich das Archiv nicht mit der Recherche derartiger Informationen beschäftigt.

Außerdem sind entsprechend Gesetzgebung der Russischen Föderation , speziell Artikel 7 und 19 des Föderationsgesetzes "Zu persönlichen Daten" vom 27. Juli 2006 Nr. 152-FZ Informationen über Militärangehörige vertraulich und dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden.“

 Hier wird als erster Grund angegeben, dass das Archiv sich nicht mit solchen Recherchen beschäftigt. Um dann jede Hoffnung auszuschließen, schiebt es dieses Gesetz von 2006 nach.

 

Wird fortgesetzt